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Rund um die Burg Karlstein bzw. des Pangratzfelsens fanden sich keltische Siedlungsspuren, welche durch Hinweisschilder dokumentiert sind.

Auf der Burg (Kraftort) hat man einen wunderbaren Blick auf das sog. "Herzchakra der Erde", wie der Untersberg vom Dalai Lama genannt wird. Zudem sieht man den Gaisberg (Salzburger Hausberg), das Lattengebirge mit dem sagenumwobenen Sonnenauge „Teufelsloch“ und den Staufen.

Burgruine Karlstein

Geografische Lage

Die Burgruine Karlstein liegt oberhalb des Thumsees auf einem steilen Felsen und ist auf dem letzten Teilstück eines Wanderweges nur über eine lange Holztreppe zu erreichen. Der Burgruine vorgelagert liegt heute die kath. Wallfahrtskirche St. Pankraz. An Stelle dieses in den Jahren 1687–1689 erbauten barocken Kirchleins trug der Pankrazfelsen wohl im Hochmittelalter eine Vorburg.

Geschichte

Konrad von Peilstein ließ die Befestigungsanlage kurz vor 1150 erbauen. Das in Niederösterreich beheimatete Geschlecht der Peilsteiner folgte hier vermutlich einen Ruf des Salzburger Erzbischofs, der den Peilsteiner Grafen zu seinem weltlichen Vertreter vor Gericht (Vogt) bestimmt hatte. Gegen Ende des 12. Jahrhunderts lebte hier ein Burghauptmann namens „Karl“, nach dem vermutlich die gesamte Anlage benannt wurde. Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Burg im Jahre 1208.

1218 gelangte Karlstein an den Bayernherzog, der seinen Dienstmannen fortan die Pflege der Burg übertrug. Seit dem ausgehenden Mittelalter besaß Karlstein die niedere Gerichtsbarkeit über eine größere Nachbarschaft, die so genannte Hofmark. Jeweils auf Lebenszeit vergab der Bayernherzog gegen entsprechende Zahlungen Burg und Hofmark Karlstein an Reichenhaller Patrizier oder hochrangige Beamte, die einen ihrem Stand angemessenen Wohnsitz suchten. Unter der mächtigen Familie Fröschl von Marzoll und Tauerstein wurde die Burg zum Schloss umgebaut und blieb in dieser Form bis zu ihrem Verfall im ausgehenden 17. Jahrhundert.

Erhalten aus dieser Spätzeit hat sich das großzügig gestaltete Rundbogentor. Daneben erhob sich als ein länglicher Bau mit eingezogenem Rechtecktor, die dem hl. Andreas geweihte Burgkapelle. So wie die Kapelle in die Erbauungszeit der Burganlage fällt, stammt auch die Umfassungsmauer aus der Zeit vor 1150. Im Westen der Burg kam es 1671 zum Abriss der stark baufälligen Außenmauer.

Inmitten der Burganlage befinden sich noch heute die Reste einer annähernd quadratischen Zisterne, worin das Regenwasser gesammelt wurde. Auf der höchsten Stelle des Innenhofes erhebt sich ein Rundturm, der – mit einem Hocheingang ausgestattet – die Funktion eines Bergfriedes erfüllte. Zeitlich datiert er in die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts, in jene Zeit also, als Karlstein in den Besitz des Bayernherzogs übergegangen war.

Ab Juli 2012 wird die Anlage grundlegend saniert. Ein 6 m² großes Loch in der westlichen Wand wird geschlossen, die Mauern ausgebessert und stellenweise der Putz erneuert. Der Baumbewuchs innerhalb der Burgmauern und außen am Felsen wird teilweise entfernt, die Fensterstürze werden mit neuen Eichenbohlen verstärkt und der Fußweg zur Burg wird stellenweise ausgebessert. Die Arbeiten wurden Mitte Dezember 2012 abgeschlossen.

Quelle: Wikipedia.de

 
Sage 

Die Wildfrauen auf dem Karlstein

Dort hausten vor undenklichen Zeiten 3 Frauen, die in die Zukunft sehen konnten. Jedes kommende Ereignis wussten sie im Voraus und kündigten es an. Wenn ein Trauerfall, Krieg, Seuchen, Hungersnöte usw. bevorstanden, hörte man aus der Richtung ein solches Jammern und Klagen, dass es einem ums Herz traurig wurde. Stand aber ein freudiges Ereignis bevor, dann sangen sie so lustig und froh in die Welt hinein, dass man über ihrem Singen alle Sorgen des Alltags vergaß.
Die Bauersleute, denen sie oftmals beim Flachsausziehen halfen, nannten sie „die drei Wildfrauen“. Sie gaben den Bauern auch allerhand gute Ratschläge für das Sammeln von Heilkräutern, Gewürzwurzeln und für gute Feldbestellungszeiten und die Viehhaltung, und dadurch bewahrte man den Wildfrauen auch dann, als sie aus der Gegend verschwunden waren, ein gutes Andenken, das sich bis in unsere Tage fortvererbte.
Quelle: Friedrich Panzer 1848 aus „Sagen, Märchen und Geschichten um Karlstein im Landkreis Berchtesgadener Land“ gesammelt von Dr. Alfred Dieck.

St. Pankraz - Kirche/Karlstein